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Balken-Juli2016-01

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Die Kirche

 

 

Das Wahrzeichen unseres Stadtteils ist die um 1200 erbaute Martinskirche. Hier feiert die evangelische Kirchengemeinde bis heute ihre Gottesdienste, hier finden aber auch Konzerte und Theateraufführungen statt. Im Leben der Gemeinde, zu der etwas mehr als 1700 Menschen gehören, sollen Tradition und Moderne sich miteinander verbinden - unter dem Vorzeichen des Evangeliums. Ob alt oder jung, ob Frau oder Mann - wer eine geistliche Heimat sucht, Gemeinschaft, Besinnung, Anregung und Aktivitäten, ist herzlich willkommen. Eine Laudatio über die Kirche von Herrn Pfarrer Wild unter dem Thema "Alter Kern in neuer Schale" anläßlich des Abschlusses der Dorferneuerung finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

 

 

Der Kirchenvorstand hat beschlossen, die Martinskirche auch unter der Woche zu öffnen. Für durchreisende an Kunst Interessierte, aber auch für alle Michelbacher, die diesen stillen Kirchenraum für das persönliche Gebet nutzen möchten, ist die Kirche an den Wochenenden von Freitag ab 10.00 Uhr bis Sonntag um 17.00 Uhr geöffnet. Das erste Wochenende soll mit Karfreitag beginnen, das letzte mit Erntedank enden.

Demnächst wird ein kleiner Schaukasten am Eingang zum Kirchgarten Auskunft geben. In der Kirche erwarten wir ein entsprechendes Verhalten der Besucher. Vor allem sollen die Betenden zu der Stille finden, die sie hier suchen.

 

Kontakt

Evangelisches Pfarramt
Pfarrerin Barbara Grenz
Kirchgasse 13
Tel.: 06420/7595
Fax: 06420/821842
Email: pfarramt.michelbach@ekkw.de

Sprechzeit:
Donnerstag, 18.00 Uhr – 19.00 Uhr

Küsterin: Linda Ponath Tel.: 06420/839260

 

Information für unsere Katholischen Mitbürger:
Zuständig für die katholischen Christen in Michelbach ist die Gemeinde St. Johannes Evangelist (Kugelkirche) in Marburg, Ritterstraße 12. Weitere Infos finden Sie auf deren Webseite.

Bitte hier klicken: www.st-johannes-marburg.de

 

"Alter Kern in neuer Schale" - Die Martinskirche trägt Festtracht

Unsere romanische Martinskirche erstrahlt seit einigen Monaten wieder wie eine junge, hübsche Braut im weißen Hochzeitskleid. Ein wenig so, wie es der biblische Seher Johannes am Ende seiner Offenbarung geschaut haben mag: "Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wen es dürstet, der komme!" (Offb 22,17) Die Kirche als Braut.

Mit ihrer neuen Ausstrahlung macht die alte Dame auf sich aufmerksam, als wäre sie gerade volljährig geworden. Fast meint man, es zu sehen. Auch der Gockelhahn auf der Turmspitze leuchtet neu vergoldet über die Dächer unseres Dorfes. Gelegentlich bekommt er Besuch von den Krähen, die ihn eine Weile vermisst haben. Nachdem das Mauerwerk und die Fassade, unter anderem auch mit Hilfe des Dorferneuerungsprogramms, haben saniert werden können, ist unsere Kirche zum Hingucker geworden. Der wertvolle, alte Kern hat eine neue, glänzende Schale erhalten.

Zugegeben: Während ich diese Laudatio niederschreibe, bringen Gewerbeer am Turm zum zweiten mal Putz auf. Ein erster Versuch war nicht gut genug. Die Dame hat sensibel reagiert. Hoffen wir, dass der zweite Anzug sitzt und passt. Denn dann könnten im Inneren der Kirche lange zurückgestellte Vorhaben angepackt werden.

Aber schon jetzt freuen sich alle Michelbacher über das gelungene Äußere, vor allem über den wieder freien Zugang. Kein Vorhang mehr zaust vom Gerüst aus die Frisur. Wer durch das würdige, romanische Eingangsportal den Gottesdienstraum hindurch ist, betritt einen Raum von ganz eigener Art: Umgeben von einem sanften Dunkel und von gedämpfter Stille erwarten ihn Zeugnisse des Glaubens aus vielen Jahrhunderten. Ein Raum voller Geheimnis. Die laute, anstrengende Welt darf eine Weile draußen bleiben. Genau dafür gibt es nämlich Kirchen, neue und sehr alte. Sie sind, wie es unser Bischof Dr. Hein in einem seiner Berichte einmal sehr treffend gesagt hat, "öffentliche Platzhalter für die Tiefendimension menschlichen Lebens." Ein Gebäude also, das einlädt, sich der Tiefendimension des eigenen Lebens bewusst zu werden.

Unsere Kirche liegt heute goldrichtig, nämlich mitten im gegenwärtigen Michelbach. Alle haben es in etwa gleich nah zu ihr. Oder gleich weit, denn dieser Raum erschließt sich niemandem völlig von sich aus. Er wartet geduldig und beharrlich darauf, bis wir ihn aufsuchen, bis wir ihn endlich für uns entdecken und bewohnen. Diese Entdeckung allen zu erleichtern, bemüht sich die Kirchengemeinde mit ihrem gefächerten Angebot, auch in der Vielfalt der Gottesdienste. Sie tut es in ökumenischer Weite, offen für alle Christen, für alle Suchenden.

Diese Kirche ist nur äußerlich ein nostalgischer Bildhintergrund. Sie ist gewiss auch ein einzigartiges Kulturdenkmal, das mit seinem Detailreichtum neugierig macht und in Erstaunen versetzt. Unsere Kirche ist vor allem dieser unverwechelbare, feierliche Ort der Gegenwart Gottes, an dem wir uns miteinander freuen und miteinander leiden können, an hohen Festtagen und bei lebhaften Familiengottesdiensten, wo nach Luther "Gott mit uns redet und wir mit ihm". Hier liegen die Wurzeln jeder lebendigen Gemeinde. Das Traditionelle daran ist zugleich der Nährboden für neue Entwicklungen. Der alte Kern treibt junge Triebe durch die krustige Schale. Neu ist das nicht, aber immer wieder wahr, auch für Zukunft der Michelbacher Kirchengemeinde. Länger schon wird der Wunsch laut, unsere Kirche auch wochentags zu öffnen. Menschen suchen nach der Stille und sie wissen, wo sie zu finden ist. Wir arbeiten daran.

Michelbach wächst. Zwar nicht so rasant, wie das mal erwartet worden ist, aber doch allmählich Haus um Haus und Gesicht um Gesicht. Nicht alle sind evangelische Neubürger, manche eher distanziert, manche suchend. Sie alle und die Alteingesessenen mit ihrem ganz ähnlichen Spektrum an Nähe und Distanz können unsere "hübsche Braut" weder ganz übersehen noch völlig überhören. Sie lädt ein, frisch und herausgeputzt, damit sich in ihr eine sehr persönliche Art "Dorferneuerung" ereignen kann.

Pfarrer i. R. Hartmut Wild
(Aus dem Abschlussbericht der Dorferneuerung Oktober 2004)